Oberflächen mit System

Randschwärzen und Kennzeichnen auf Optiken - Erstmals maschinell automatisiert

Randschwärzen und Kennzeichnen auf Optiken - Erstmals maschinell automatisiert

Weltneue Eigenentwicklung der Matthias Wetzel INDUSTRIEBESCHRIFTUNGEN GmbH, Jena dem Fachpublikum vorgestellt

Wer anerkanntermaßen „außer Wasser, Luft und Rührei“ so ziemlich alles beschriftet, muss in Jena, der Stadt der Optik und des Lichts und dem von Abbe, Schott und Zeiß aus der Taufe gehobenen optischen Präzisionsgerätebau, natürlich auch Optiken der verschiedensten Formen bedrucken können. Lange war das Randschwärzen von optischen Bauteilen für Matthias Wetzel ebenso wie auch für alle Optikhersteller weltweit, aufwändige und anspruchsvolle Handarbeit. Seit jedoch erneut auch jüngste Versuche scheiterten, dies mittels Sondermaschinen zu automatisieren, entschied sich der gelernte Industriegraveur und ehemalige Zeissianer, hierfür selbst den weltersten Halbautomaten zu entwickeln. Dieser wurde am 22. November 2016 am Jenaer Firmenstandort als Prototyp dem Fachpublikum in Funktion präsentiert.

Erstmals übernimmt nun eine Maschine, genauer gesagt ein Drucker, das bisher mit dem Pinsel in Handarbeit ausgeführte, aufwändige Randschwärzen von Optiken. In der Licht- und Optikstadt Jena von Matthias Wetzel entwickelt, wurde der druckende Halbautomat am 22. November 2016, in Jena dem Fachpublikum präsentiert. Den würdigen Rahmen bildete hierfür der Technologietag 2016, ausgerichtet von der Jenaer Matthias Wetzel INDUSTRIEBESCHRIFTUNGEN GmbH. Neben der Premiere des inzwischen als Gebrauchsmuster geschützten Druck-Halbautomaten lud das 44-köpfige Team die Fachleute zu Firmenrundgängen und Fachgesprächen ein.

Mit absolut sicherer und ruhiger Hand musste bisher der Pinselstrich ausgeführt werden, um die Ränder optischer Bauteile präzise zu schwärzen. Damit werden Reflexionen und Streulicht in Hochleistungsoptiken zu vermeiden. Bisherige Versuche, dies von Maschinen ausführen zu lassen, scheiterten an der Vielfalt der Teile und Lacke oder auch an der Tauglichkeit für den Fertigungsprozess. Nun jedoch präsentiert Oberflächenspezialist Matthias Wetzel seine Eigenentwicklung. Der Druck-Halbautomat führt die Optiken verschiedenster Form und Dimension sicher in die Halterung. Ein für die Maschine ausgewähltes Farbmedium kann nun von den Druckköpfen in Schichtstärken, definierbar ab weniger als einem Tausendstel-Millimeter (Mikrometer), aufgetragen werden. Neben dem Schwärzen der optisch nicht aktiven Bereiche kann der Automat auch das Kennzeichnen mit beispielsweise Seriennummer, Produktionsdatum und Hersteller mit gleichbleibender, reproduzierbarer Qualität übernehmen.

Konstruktion und Fertigung des Prototyps übernahm im Projektteam um Matthias Wetzel (2.v.l.n.r.), Optikentwickler Dr. Horst Beyer (l.) und Projektbetreuer Dr. Wolfgang Leupold (r.) Steffen Munzert (2.v.r.n.l.) vom Wurzbacher Sondermaschinenbauer und Experten für Produktkennzeichnung Maschinenbau Munzert.

Etwa 20 Optikspezialisten aus Industrie und Entwicklung folgten der Einladung zu Weltpremiere und fachlichem Erfahrungsaustausch auf dem Technologietag 2016 des anerkannten Spezialisten zur Oberflächenbehandlung und -veredelung.